Oldtimer = Historisches Kulturgut, H-Kennzeichen

 

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Der Begriff Oldtimer bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch ein Kraftfahrzeug (insbesondere ein Automobil, einen Lastkraftwagen, einen Omnibus, ein Motorrad oder einen Traktor), daneben auch eine Lokomotive oder ein Flugzeug, das je nach Klassifizierung eine bestimmte Altersgrenze von z. B. 30 Jahren überschritten hat. Sollen Kraftfahrzeuge als Oldtimer eingestuft werden, verlangt § 23 StVZO seit März 2007 ein Gutachten. Nach der Legaldefinition des § 2 Nr. 22 Fahrzeug-Zulassungsverordnung sind Oldtimer „Fahrzeuge, die vor mindestens  30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind, weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen.“ Damit ist der Begriff des Oldtimers erstmals gesetzlich und einheitlich  definiert. Maßgeblich ist dabei der Tag der Erstzulassung, nicht das Baujahr. Sowohl für das „H-Kennzeichen“ als auch das rote „07-Oldtimer-Kennzeichen“ ist nunmehr ein Mindestalter der Oldtimer von 30 Jahren vorgeschrieben.


Das H-Kennzeichen bietet für den Fahrzeughalter zahlreiche Vorteile. So ist die Kfz-Steuer pauschal auf 46,02 Euro für Krafträder und 191,73 Euro für andere Fahrzeuge - §9 Abs.4 Nr.1 bzw. Nr.2 KraftStG - festgelegt. Des Weiteren kann man bei der Kfz-Versicherung sparen, weil in der Regel davon ausgegangen werden kann, dass entsprechende Fahrzeuge deutlich vorsichtiger und eher selten bewegt werden. Viele Versicherungsgesellschaften bieten daher Oldtimer-Versicherungen mit speziellen Tarifen an. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dürfen übrigens auch in Umweltzonen bewegt werden, in denen sonst spezielle Auflagen gelten. Eine Feinstaubplakette ist für diese Fahrzeuge nicht nötig.


Seit November 2011 gelten für die Begutachtung von Oldtimern neue Richtlinien und damit neue Voraussetzungen für das H-Kennzeichen. Mindestens 30 Jahre, bestandene Hauptuntersuchung, originales oder zeitgenössisches Interieur - die meisten Kriterien sind nach der Novelle der Richtlinie - StVZO § 23 - zwar gleich geblieben, dennoch gibt es wichtige Neuerungen. So fällt das bislang fünfstufige Bewertungssystem weg. Zukünftig reicht schon ein guter Pflege- und Erhaltungszustand, dem Alter angemessene Gebrauchsspuren, kein Fehlen wesentlicher Teile und originale oder zumindest zeitgenössische Ausstattung aus um den positiven Bescheid zu erhalten. Deutlich verschärft wurden hingegen die Regelungen zur Komponente Motor. Der Antrieb muss Original, aus demselben Baumuster, 30 Jahre alt oder in den ersten zehn Jahren nachgerüstet worden sein. Bisher durften auch zeitgenössische Aggregate verbaut werden, sofern sie technisch plausibel  zum Fahrzeug passten. Identisch geblieben sind die Vorgaben zu Identität, Historie, Bremsen, Getriebe und Lenkung. Weiter erlaubt ist auch die Verwendung von Originalteilen bei der Restauration des Oldtimers.

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